pferd des gaertners // punk-rock / post-punk // münchen.
pferd des gaertners haben im Mai ihr Debut Album 'sturmtaucher' veröffentlicht. 18 Songs, ausschließlich Eigenkompositionen, komplett in Eigenregie aufgenommen und abgemischt. Die limitierte CD in der schicken Metallbox, mit 20-seitigem, selbst gestaltetem Booklet, steht parallel dazu auch komplett als Download unter Creative Commons-Lizenz (darf also kopiert und geshared werden) auf der Website. Hier ein erstes Interview mit Peter, Volker, Elmar und Mike von der stürmischen Kavallerie ...
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peter (gesang / gitarre): Seit Mai 2007 sind wir als Band zusammen, in dieser Besetzung seit 2008. Vorher gab es einen dritten Gitarristen und Versuche mit einem anderen Sänger, aber das war irgendwie nichts.
volker (gitarre): Seltsamerweise hab ich immer Punk gespielt, obwohl ich 50 % Heavy Metal und 50 % Punk bin. Ich hab immer nur in Punkbands gespielt, da ist die bekannteste wohl PUNKER LEWIS. Da war ich relativ lang, so bis 2000, dann kamen meine Heavy-Metal-Wurzeln zu sehr durch und die anderen sind für mich zu sehr in den Reggae abgedriftet, mit Bläsersätzen u.s.w. Dann hab ich erst mal für mich allein gedudelt und schließlich Peter getroffen, und seitdem bin ich dabei.
mike (schlagzeug): Ich habe mit 14 mein erstes Schlagzeug geschenkt bekommen und gleich mit einigen Freunden losgelegt – wir hatten diverse Kiddie-Punkbands mit häufig wechselnden Namen. Nichts Bekanntes. Irgendwann, mit 18, 19 hatten wir so eine Hardcore-Hip-Hop-Punk-Metal-Crossover Band, mit zwei Sängern, Scratcher und zwei Gitarren – die hieß RUZZ MEYER COMPLEX und war lokal sogar einigermaßen bekannt. Ich hab dann Schlagzeugpause gemacht, weil ich zum Studieren umgezogen bin und keinen Platz hatte. Da hab ich allein am Rechner Musik gemacht, das war eine Mischung aus Industrial, EBM und Punk. Das hieß F/A/V, das hab ich drei Alben lang gemacht und dann irgendwie das Interesse daran verloren. Über einen gemeinsamen Bekannten hab ich erfahren, dass es eine Alt-Herren-Punkrockband gibt, die einen Schlagzeuger sucht. Also hab ich mich 2007 beworben...
elmar (bass): Ich habe keine musikalische Vergangenheit, das ist die erste Band, in der ich spiele. Ich habe zwar irgendwie ewig lange Klavier gespielt und auch mal Saxophon, aber nicht bandmäßig. Es hat mich aber immer schon gejuckt, mal in diese andere Richtung zu gehen. Also hab ich mir vor fünf Jahren einen Bass gekauft und angefangen, vor mich hinzuklimpern – und irgendwann geht das dann auch.
peter (gesang / gitarre): Angefangen hab ich seinerzeit 1980 bei der Münchner Band SIXPÄCK als Gitarrist, das ging zweieinhalb Jahre lang ganz gut, dann hat sich diese Band aufgelöst aus persönlichen Differenzen. Daraus wurden dann irgendwann PSYCHOPATHEN, die sich nach einem schönen Gig in Linz aufgelöst haben, weil der Bassist ständig besoffen von der Bühne gefallen ist, und das fanden wir dann irgendwie nicht mehr so lustig. Dann gab es erstmal eine längere Pause, die sich Anfang der 90 Jahre mal kurzfristig in die elektronische Richtung entwickelt hat. Das war dann dreieinhalb Jahre lang ein Projekt namens KUNSTBLOCK, der Versuch, Punk mit Elektronik zu mixen. Das Ganze ging aber leider nie aus dem Proberaum raus, was eigentlich ganz schade ist. Dann gab es wieder eine lange Pause und 2006 haben wir dann beschlossen, wir machen mal wieder was Neues, was Frisches – und da sind wir nun.
elmar (bass): Der Bandname selbst hat mit einer Romanreihe zu tun, das sind ziemliche Trash-Romane und ich hab leider den Autor auch vergessen. In jedem Roman gab es so einen Running Gag: es gibt eine Gang und immer, wenn die was aushecken, treffen sie sich in einem Pferdestall, wo das Pferd des Gärtners steht. Als Schlusssatz, wenn die da zusammen saßen und was ausbaldowert haben, stand immer drunter: ‚Was sie von jetzt an sagten, weiß nur noch das Pferd des Gärtners ...!’ Und diese Assoziation, also dass nur noch das Pferd weiß, was los ist, das fand ich super, auch wenn es irgendwo zusammenhangslos ist. Wir wollten einen Bandnamen haben, der überhaupt gar nichts über die Musik aussagt, denn sich ‚Sensenmann’ nennen und Deathmetal machen – so was kann jeder.
peter (gesang / gitarre): Wir haben das ‚Weiße Pferd von Uffington’ als Logo genommen, weil es gut aussieht und weil es ein Pferd ist. Dann kam der Volker, ist oben drüber geflogen und hat es fotografiert. Es bietet sich einfach an.
mike (schlagzeug): Die CD-Box war Peters Idee, die Fotos sind vom Elmar aus seiner beruflichen Betätigung...
elmar (bass): Ja, die hatte ich übrig, da dachte ich, so sind die auch zu was nütze... Die ganze Umsetzung stammt vom Mike...
mike (schlagzeug): ...Layout, Website und so was. Unser Video, das ist eigentlich ein live-Mitschnitt von einem Auftritt im Sunny Red, den uns der Roger zur Verfügung gestellt hat. Da hab ich dann noch anderes Material mit reingeschnitten. Das war schon ein bisschen Arbeit, aber das gehört auch dazu.
peter (gesang / gitarre): Natürlich steckt da auch viel Herzblut mit drin... Mir ist es zwar natürlich wichtig, was andere Leute dazu sagen, aber ich will auch selbst davon begeistert sein. Ich will diese CD im Regal stehen haben und davon schwärmen können.
pferd des gaertners - sturmtaucher
18 songs, ausschließlich eigenkompositionen. irgendwo zwischen post-punk und punkrock - komplett in eigenregie aufgenommen, abgemischt und gestaltet - kommt in schicker metallbox - 20-seitiges booklet mit allen texten - limitiert und handnummeriert, 296 exemplare. 7 euro
tracks: 01. hier kommt pferd / 03:06 02. hard-boiled wonderland / 04:37 03. vorvorletzten donnerstag / 03:44 04. seeds of light / 03:42 05. divine horsemen / 03:41 06. eternal sunshine / 03:49 07. schwester der verspätung / 05:12 08. onward christian soldier / 04:12 09. schlichtes gemüt / 03:54 10. operation mindfuck / 04:20 11. cthulhu / 04:13 12. tarnung / 03:16 13. die uwp / 03:10 14. hair of a dogma / 04:04 15. leichtmetall / 03:34 16. slaughterhouse, inc. / 03:48 17. dawn of a new day / 03:21 18. beifall / 02:21