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Seite 1 von 3   Wenn es um PUNK in München und PUNK aus München geht, kommt man an den GUMBABIES nicht vorbei - sollte man auch nicht, denn sonst verpasst man einiges! Die GUMBABIES kommen mit einem solch mitreißenden Schwung daher, dass wohl auch die letzte Trantüte noch das Mitzucken anfängt. Auf ihrer Tour 'we're not in here for the future' zu Jahresbeginn 2009 präsentierten die GUMBABIES ihr geniales, neues und eigentlich erstes Full-Size Album 'This is plastic' (Cd mit schönem Booklet, veröffentlicht bei Schlecht & Schwindlig Records). Am Dienstag, 02.06.09 spielen sie als Support für ANGELIC UPSTARTS im Feierwerk, München, Hansastraße 39. Alles Gründe, die Band mal in einem Interview hier bei den München Punk News zu Wort kommen zu lassen:
Die GUMBABIES sind ja musikalisch keine "Newcomer", weil ihr ja alle vorher schon in diversen Bands gespielt habt. Bitte erzählt mal kurz was zu diesen Vorläufer-Bands und inwieweit die den Sound von GUMBABIES mit beeinflussen. Haben die Bandmitglieder derzeit noch andere Bands oder Bandprojekte am Start? Tom: Also ich habe vor den GUMBABIES sieben Jahre lang bei LAKE PUSSY gesungen, wir haben einige EPs veröffentlicht und an die 100 Konzerte gespielt. 2005 war dann Schicht im Schacht und seitdem bin ich ein 100%-Fulltime-Gumbaby. Hank war früher bei den REEKYS, die erst kürzlich nach Jahren einen Reunion-Gig gespielt haben und damals zu ihrer Zeit quasi eine Ikone im Teenage-Ramonespunk darstellten. Herzna spielt ja in ca. 45 Bands, die namhaftesten neben den GUMBABIES sind MISSBRAUCH, SCHNAPSPIRATEN und ZEFIX. Inwieweit Vorgänger oder andere Bands unseren Sound beeinflussen, kann ich nicht sagen. Irgendwie beeinflusst einen alles, was man so hört und mit was man sich so beschäftigt, also wohl auch die anderen Projekte der Bandmitglieder. Ob man jetzt allerdings gezielt Einflüsse von früheren Bands heraushört wage ich zu bezweifeln. Phil: Ich für meinen Teil habe seit ich 14 war so etwa sechs Jahre bei den BACKOFFS Bass gespielt und gesungen, wobei das als Threepiece schon ein ganzes Stück mehr simpel im Aufbau war als die Arrangements jetzt bei den GUMBABIES. Bis vor zwei Jahren war ich dann noch Live-Basser bei SPLATTERDAY, das sollte ursprünglich nur für vier Shows sein und dann wurde auch eine recht spaßige halbe Ewigkeit draus, bis mir dafür dann mal irgendwann mit GUMBABIES und Uni-Abschluss-Bauen die Zeit dafür fehlte. Mit Hank, der jetzt bei GUMBABIES Leadgitarre spielt habe ich als Teenager noch die BÌONICS gemacht, das war irgendetwas zwischen Screeching Weasel und Angry Samoans, also durchaus sehr anders als der Sound von GUMBABIES aber auch ein Stil, den ich nach wie vor sehr schätze. Oh, und gerade habe ich ein neues Sideproject mit Johnny Innocent, Ex-LAKE-PUSSY Andy, jetzt von READY, STEADY, DIE! und RANCORS, Alex von GARDEN GANG bzw. FRIENDLY FIRE und Philipp von RIOT REISER in Gründung, das wird DIE ARMEE DER VERLIERER heißen und ist noch höchst geheim. Und BACKOFFS werden im Herbst wohl mal wieder ein paar Shows geben. Ich bin also ganz gut ausgelastet, wobei GUMBABIES ganz klar die A-Band sind.
   Feb 2001 April 2000 Dez 1999
Ihr selbst habt eure Musik als "77er Punk mit dem Sound von 2009" definiert, das passt echt ganz gut. Die Songs auf "This is Plastic" sind ja auch nicht so einfach in eine Schublade zu schieben, einige klingen ganz klar nach US Bombs, andere erinnern aber eher an britischen Punk - an The Ruts, oder besser: Rancid, die Ruts spielen... Amerikanischer Streetpunk, britischer Pop-Punk - nichts passt so wirklich, also gibt es ja zum Glück euer eigenes Genre 'Gumpunk'. Könnt ihr ein bisschen erzählen, was ihr darunter versteht und was daran 'Gum' ist und was 'Punk'. Tom: Danke für das Kompliment, mit Rancid, den US Bombs oder den Ruts lasse ich mich gerne vergleichen. Gumpunk ist im Endeffekt nichts anderes als ein Kunstwort für unsere Musik. Eben eine Mixtur aus allem, was wir so in unserer Musik verwursten. Da kann man jetzt wilde Genrebeschreibungen erfinden, aber im Endeffekt ist es, was es ist. Gumpunk eben. Phil: Das Akronym GUM steht für Genito-Urinary Medicine und weist auf unser großes Faible für die Behandlung von Geschlechtskrankheiten durch den vehemten Einsatz von Stromgitarren hin, haha. Ernstlich: Ich finde auch, dass es stark zwischen alten britischen Singalongs und US-Punk-Läufen hängt. Und das ist, wenn ich mir den Musikgeschmack von mir und den anderen vieren so anschaue, auch äußerst logisch. So gesehen klar, du schreibst Songs, von denen du findest, dass es sie geben sollte. Und zwangsläufig tauchen da die Stile drin auf, die du selber liebst. Weil das bei uns eben zwei Schwerpunkte hat, hat sich da so eine gewisse eigene Suppe daraus eingeköchelt, auch wenn wir freilich den Blues nicht neu erfunden haben. Ihr habt einen Beitrag auf der Scheibe 'Belong to us - Tribute to Cock Sparrer'. Wie kam es dazu? Wird man da nicht gleich wieder angepisst, von wegen 'Cock Sparrer, das ist doch ne Skinhead-Band'? Tom: Ob irgendwer uns wegen irgendwas anpisst ist mir grundsätzlich mal total egal. Cock Sparrer sind eine Band, auf die wir uns alle einigen können (by the way: eine meiner Lieblingsbands) und 'Argy Bargy' ein fantastischer Song. Das mit der Skinheadband sei mal dahingestellt. Wer den Sound der Band zu interpretieren weiß und vielleicht auch schon das ein oder andere alte Bandfoto gesehen hat, weiß, dass es sich bei den frühen Sparrer um nichts anderes als um Glam bzw. Sleazerock handelt. Dafür, dass die Skins seit Anfang der Achziger Cock Sparrer als eine 'ihrer' Combos auserkoren haben, kann die Band schließlich nichts. Davon ganz abgesehen, mag ich viele Skins auch ganz gerne. Phil: Was an Cock Sparrer bewundernswert ist, ist der Umstand mit was für enorm primitiven Mitteln man für einen grandiosen Sound hinzimmern kann. Das mit der Skinheadband ist überdies natürlich Unsinn. Dann noch eher Punkband, aber letztlich ist es glaube ich die größte Pub-Rockband der Welt. Und wer bei 'England belongs to me' etwa die Kritik an der eigenen Gesellschaft nicht raushören kann, dem möge ein Wörterbuch helfen. Für den Sampler jetzt sind wir tatsächlich von den Jungs von Gunfight Clothing angesprochen worden und ich muss sagen, ich habe mich drüber sehr gefreut, da mitmachen zu sollen.
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