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Seite 1 von 3 Neue CD 'DER FETTE MARODEUR' von The Crowds - erhältlich ab Ende Februar:
 Drei Jahre nach Erscheinen ihres letzten Albums 'Menschenfeinds Feindfahrt' bringen The Crowds in 100%iger Eigenproduktion eine neue Scheibe heraus. Lassen wir doch am besten Ulli (Gesang, Bass) und Gutl (Gitarre) selbst zu Wort kommen. Hier ein Gespräch mit den beiden ...
Der fette Marodeur in Wort und Tat
Ulli: Wir haben viel Musik und viel Zeit investiert in diese CD. Aufgenommen haben wir eigentlich den ganzen Sommer über, im eigenen Studio – alles selbst aufgenommen, gemischt und gemastert! Wir können alles von A-Z selbst musikalisch lösen, nur für die Vervielfältigung, da bräuchten wir natürlich noch einen Druckerei und ein Presswerk...
Gutl: Härter ist die CD wieder geworden, geht eher wieder in die Richtung von ‚Sieger sind die Helden’ würd ich sagen. Aber ausgefeilter und musikalisch ausgereifter.
Ulli: Ja, zum Beispiel, dass da der Sound auch mal einen mehrstimmigen Chor hat, nicht nur einen Gröle-Chor. Viele werden jetzt gleich sagen: ‚Das ist ja dann kein Punk!’ – aber das ist uns egal, viele sagen ja auch schon, das ist kein Punk, weil wir ein Keyboard dabei haben. ‚Punk ist im Kopf’ – das ist der alte Spruch von Jello Biafra – und nicht in den Nägeln oder den Nieten, die du auf der Lederjacke hast. So ist es. Am Gesang haben wir einiges gemacht – bei ‚Der fette Marodeur’ ist auch ein Jodler mit dabei! Aber nicht so folkloristisch, wie das in der Blasmusik eingesetzt wird. ‚Der fette Marodeur’, das ist die dritte Nummer auf der CD, die fängt mit einem Jodler an. Ach ja: und die ganze CD hört übrigens mit einem Jodler auf!
Gutl: Bei ‚Der Fette Marodeur’, da geht es um die SIKO, alle Jahre wieder hier in München. Da hocken die fetten Marodeure drin, die fetten, voll gefressenen Affen, die sich bereichern am Volk mit ihren Waffengeschäften. Ursprünglich ist ein Marodeur ja ein brandschatzender Soldat, der nach der Schlacht durchzieht
Ulli: Der eigentlich ja verloren hat, sonst müsste er das gar nicht machen. Der brandschatzt hinter der Linie, der ist ja nur ein Plünderer.
Gutl: Die moderneren Marodeure, die heutigen, die machen das geschickter. Ulli: Die kassieren schon vor der Schlacht ab. So wie unser Marodeur, ganz mies, der hat immer ein Monokel, und er trägt es auf dem linken Auge! Der hat einen richtigen Kussmund.
Gutl: Der Promenadeplatz kommt auch vor im Lied, wo sie sich dann immer treffen jedes Jahr, schön gemütlich und gediegen.
Ulli: Die Marodeure treffen sich zum Wintermärchen
Gutl: Das Kasperltheater immer, wenn man dann dagegen demonstriert, saukalt isses. Ulli: Die könnten sich doch auch am Nordpol treffen!
Gutl: Oder auf irgendeinem beschissenen Flugzeugträger, da hätten sie genug Platz!
Gutl: Ja, wie man sieht: auch inhaltlich und textlich ist die neue CD sehr gelungen, da können wir voll dahinter stehen, auch politisch. Es sind keine Blödeltexte, wo es immer um das Gleiche geht, es sind keine Klischeetexte.
Ulli: Die kann man auch als erwachsener Mann singen! Und als Cowboy – als Cowboy kann man die auch singen.
Gutl: Nur für den Index gibt es diesmal bei uns nichts.
Ulli: Dass wir auch mit Zeilen wie ‚Gewalt muss sein’ nie auf dem Index gelandet sind mit unseren Texten, liegt vor allem daran, dass wir nicht so bekannt sind wie Rammstein, zum Beispiel. Naja, es kommen schon die einen oder anderen Worte vor, aber das ist normaler Sprachgebrauch, ich verwende die Sprache so, wie ich jetzt auch spreche. Auch mit meinen guten Kollegen in der Arbeit kann ich so sprechen. Gutl: Ich denke, unsere Texte und Lieder spiegeln Gefühle wider, die jeder auch mal irgendwann hat, aber sich vielleicht nicht traut, in der Öffentlichkeit wiederzugeben.
Ulli: Aber nicht so banal! Banale Sachen sind schon hunderttausend Mal besungen worden. Also zum Beispiel Wrahinari-Beach - das gibt es wahrscheinlich nicht wirklich, das hab ich mir wohl im Suff ausgedacht, dass das da stand, als ich im Urlaub in Griechenland war. Obwohl: Die Dame, mit der ich damals unterwegs war, meinte auch, das hieß Wrahinari-Beach. Naja, die hatte eben ganz grüne Augen, und so kommt ja auch die Textzeile vor: ‚Smaragdwald aus der Schatzschatulle’ – schon ein bisschen romantisch. Aber nicht das ganze Lied ist so, dieser Satz kommt eben im Chor vor, aber das Lied, die Strophen insgesamt sind natürlich unpersönlicher. Das hat dann alles nichts mit dieser Frau zu tun, und das finde ich schon okay, da können sich die Leute die Story selbst dazu ausdenken. Man muss nicht immer große Geschichten erzählen. Wobei ‚Der Kanal’, also die zweite Nummer auf der CD, das ist schon eine Geschichte. Ach, und das ‚Sklavenmädchen vom Orion’, das ist auch eine Geschichte: Ich bin ja Star Trek Fan, auch das mögen viele nicht, aber ich steh auf die alten Star Treks! Da gibt es eine Folge, das ist nur ein kleiner Ausschnitt, da sitzen die in irgendeiner Weltraumbar und da tanzt eine, die ist ganz grün. Die ist ein bisschen draller, tanzt so bisschen bauchtanzmäßig ... Und dann sagt der Pille zum Captain: ‚Hey, da musst du aufpassen! Diese grünen Sklavenmädchen vom Orion, die haben noch jeden Mann um den Finger gewickelt. Da kannst du nicht mehr loslassen, wenn du mit einer von denen was angefangen hast!’ So bisschen diese Thematik hab ich da reingepackt.
Ulli: Uns wird gesagt, wir nähmen in unseren Texten immer die Position der Schwächeren ein, die vermeintlichen Positionen der Gerechten. Ja, früher wären wir dafür bestimmt am Galgen gelandet ... Vogelfrei ...Aber es ist nicht so, dass wir uns explizit als politische Band sehen, also, dass wir sagen ‚Wir sind links’. Meine Gesinnung ist links, die war auch schon immer links ... Aber warum soll ich das als Band unbedingt explizit darstellen müssen? Gutl: Ich lasse mir nicht vorschreiben, wie die Songs sein müssen, wie ich die zurechtbiegen soll, weil das irgendjemand so haben will. Mich nervt dieses Getue, von wegen ‚du brauchst mehr als 10 Nieten auf der Jacke, damit du ein Gut-Punk bist’. Das zum Thema ‚politische Korrektheit’ – das brauch ich nicht, da ist drauf geschissen. Es gab aber immer schon so PC-Debatten wie jetzt die zum Thema Grauzone!
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